Fazana

 

FAZANA IM LAUF DER ZEIT

Die Geschichte der mediterranen Städte und Städtchen entspringt häufig mytholgisch poetischen Quellen und Überlieferungen. Die Geschichte der Argonauten, den mythologischen Seefahrern, die auf der Flucht mit dem goldenen Flies vom Schwarzen Meer auf der Donau flußaufwärts zu den nordadriatischen Küsten kamen, ist auch mit Istrien und ihrem Küstenland verbunden. Diese Geschichte erzählt unter anderem über die uralten mediterranen Verkehrsverbindungen und den Erfahrungs- und Warenaustausch. An diesem Austausch beteiligten sich auch die Gebiete des heutigen Fažana und Valbandon.

Der Name Fažana steht in Verbindung mit den Namen Phasiana und Vasianum. Oft wird die Wurzel des Ortes mit dem Begriff des Fasans, des Feldvogels, oder auch mit der Töpferei in Verbindung gebracht. Jedenfalls war - seit alten römischen Zeiten - die Produktion von Amphoren in diesem Ort, im Besitz von Gaius Lecanius Bassius, der im Jahr 64 nach Christi Geburt seine Fuktion als Konsul ausübte, von besonderer Bedeutung. An Fažana führte aus Pula die berühmte Römerstraße vorbei, die Via Flavia und brachte bei Pferdegetrappel und dem Rollen der Räder – Soldaten, Kaufleute und die Post (cursus publicus) - zu den nordadriatischen Punkten.
In der Spätantike gehörte Fažana zum Besitz des Heiligen Apolinarius.

Amphoren werden auch weiterhin meistens in Verbindung mit gutem Öl und Wein erwähnt. Vom Meer aus betrachtet, bekannt auch als "Land des Basilikum", wird das ganze Gebiet in der Spätantike in Casiodors Schriften mit dem "Schmuck auf dem Kopf einer schönen Frau" verglichen.
In alten Dokumenten wird Fažana bereits im Jahr 1150 als alte Pfarre erwähnt, die Anfang des 11. Jahrhunderts vom Kaiser den Bischöfen von Pula geschenkt wurde. Es folgt eine Zeit, in der es verschiedenen Grafenhäusern, den Patriarchen von Aquiläa, den Patriziern von Pula, den Jonatasi gehörte. Das Jahrhundert unter der Herrschaft der Republik des Heiligen Markus prägte das Aussehen des Küstenortes.

In den Gewässern von Fažana fand im Jahr 1379 eine Seeschlacht zwischen den Republiken Venedig und Genua statt. 250 Kriegsschiffe nahmen daran teil. Die venezianische Kriegsflotte wurde dabei besiegt.
Nach dem Ende Venedigs im Jahr 1797 folgte eine kurze Periode der ersten österreichischen Herrschaft und der Napoleons. Danach mehr als ein hundert Jahre unter der Herrschaft Österreichs, bzw. der österreichisch-ungarischen Monarchie unter Kaiser Franz Joseph I. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Fazana - wie auch ganz Istrien - zu Italien, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es ein Teil Kroatiens im früheren Jugoslawien. Nach dem Verteidigungskrieg der Heimat und nach den demokratischen Veränderungen Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts ist es nun ein Teil der Republik Kroatien. In der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie, mit dem Bau der Schiffswerft und des Arsenals von Pula, wurde Pula der kaiserlich-königliche Hauptkriegshafen, der das Gebiet der Adria von Triest bis Boka kontrollierte; von Pula aus fuhren Schiffe auf Weltreisen.

Aus dem Kanal von Fažana ging es in Richtung der Insel Lissa - in der Zeit der Herrschaft Österreichs - fuhr die Flotte unter dem Kommando Wilhelm von Tegetthoff. Unter Tegetthoff fand im Jahr 1866 bei Lissa die berühmte und siegreiche Seeschlacht statt. Mit dem neuen Besitzer der Brioni-Inseln, dem Wiener Industriellen Paul Kupelwieser - der zum ersten Mal im Jahr 1893 dorthin kam- kehrte auf den verlassenen Archipel das Leben zurück. Auf Veli Brijun, der größten der 14 Inseln, brachte Kupelwieser den Glanz der Antike zurück, er übertraf ihn sogar... Nachdem durch das Engagement des berühmten Wissenschaftlers und Arztes - des späteren Nobelpreisträgers Robert Koch - Anfang des 20. Jahrhunderts die Malaria besiegt worden war, begann die Blüte der Inseln als Kurort und mondäner Sommeraufenthaltsort. Im Jahr 1900 wurde das erste Hotel "Brioni" errichtet. Als kleiner Transithafen entwickelte sich Fažana, so dass 1912 hier 1.034 Schiffe vor Anker lagen. Während der Zeit Italiens bis zu den Kriegsjahren setzte sich auf Brioni das Leben eines elitären Sommerkurortes fort: zuerst in der Familientradition von Pauls Sohn Karl Kupelwieser, danach unter der Obhut des italienischen Staates. In Fažana enstanden verschiedene Wirtschaftsbetriebe, der Verkehr nahm zu; es kam zum Bau von Holzschiffen, der Herstellung von Likören und anderen Getränken, zu einer Sardinenfabrik...

Nach den Kriegsjahren und den ersten Jahren der Erneuerung kam im Juni 1947 Marschall Josip Broz Tito, der spätere Präsident von Jugoslawien, zum ersten Mal nach Brioni. Brioni wurde zu seiner Residenz. Damit bestimmte er auch die Lebensweise der Umgebung. Viele Staatsmänner, politische Führer aus allen Kontinenten, Wirtschaftsleute und Künstler kamen hierher; doch Fažana wurde zu einer gesperrten Zone für Ausländer, was die beschränkten Möglichkeiten seiner Entwicklung bestimmte. Die Sardinenfabrik wurde verlegt, man begann mit der Erzeugung von Glas und alkoholfreien Getränken, doch auch das wurde Ende der neunziger Jahre beendet.

Der Aufschwung des Tourismus brachte die Ernennung Brionis zum Nationalpark im Jahr 1983. Auffallend waren die Veränderungen während der neunziger Jahre, insbesondere nachdem Fažana im Jahr 2001eine eigene Gemeinde wurde. Die Anstrengungen für die Verschönerung des Ortes fielen sofort ins Auge. Dennoch sind noch weitere Bemühungen erforderlich. Fažana braucht weitere zusätzliche und verschiedenartige Aufwertungen und Entwicklungen.
Die panoramaartigen Ausblicke für die Zukunft der Riva von Fažana gehen von der Identität des Ortes aus, der den festen Wunsch hat, den lebendigen Alltag eines Fischerhafens, die Buntheit der Riva, die Intimität der einheimischen Dächer und die Lebendigkeit des Hafens zu erhalten.